Wie viel Geld macht glücklich?

Geld macht nicht glücklich. Zumindest nicht alleine. In unserer heutigen Gesellschaft hat derjenige Respekt und Ansehen, der viel Geld hat. Ich finde das sehr schade. Es gibt wenige Menschen, die von Geld alleine glücklich sind. Selbst die größten Hollywood-Stars mit den dicksten Konten sind oftmals depressiv und unzufrieden mit dem Leben. Die Erleuchtung, dass Geld allein nicht glücklich macht, kommt vielen meist erst im Alter. Ich gebe zu, dass ich als Teenager selbst davon geträumt habe, viel Geld zu verdienen. Aber eigentlich, und das habe ich erst im Laufe der letzten Jahre feststellen können, ist folgende „Sache“ viel wichtiger:

Freiheit

Die Freiheit, tun zu können, worauf man Lust hat, was einem wirklich Spaß macht und wichtig im Leben ist. Das ist es, so denke ich, was viele wollen, wenn sie sagen, dass sie einmal reich werden wollen. Reich wird man aber nicht von Geld – wer dem Geld hinterherläuft, wird nicht zufrieden im Leben. Das würde ich so unterschreiben. Viel lieber sollte man sein Leben so gestalten, dass die Entscheidungen, die man tätigt, darauf beruhen, was das Herz einem sagt. Ich kenne genügend Menschen, die ihren Job nach dem Kriterium „Verdienst“ ausgesucht haben. Das Resultat ist letztendlich eine stetig wachsende Unzufriedenheit. In meinen Jahren als Marketing-Berater habe ich viele Unternehmer kennenlernen können, viele Geschäftsmodelle habe ich versucht erfolgreicher zu gestalten. Die, die wirklich erfolgreich sind und waren, waren die, die ihr Geschäft mit Herzblut betrieben haben. Nicht die, die nur Geld mit irgendwas verdient haben.

Wer ist glücklicher - der Schäfer mit 1500€ im Monat oder der Unternehmensberater mit 3000€ im Monat?

Wer ist glücklicher – der Schäfer mit 1500€ im Monat oder der Unternehmensberater mit 3000€ im Monat?

Ich kann mir was leisten vs. ich will mir was leisten

Jeder Mensch sollte definieren zwischen „Ich kann mir was leisten“ und „Ich will mir was leisten“. Es sollte sich immer die Frage stellen, wofür man sein Geld ausgeben möchte. Wer mehr Geld hat, kann sich bewusst mehr Dinge leisten. Ironischerweise sinkt aber auch mit steigendem Gehalt der Wille, sich bestimmte Dinge zu leisten. (Außer man hat so viel Geld, dass man nicht weiß wohin damit). Wenn ich am Monatsanfang den Großteil meines Gehalts ausgebe, verliere ich für den Rest des Monats ein Stück Freiheit – vielleicht kann man dann z.B. nicht spontan mal mit der Freundin essen gehen. Von den meisten wird das zur Verfügung stehende Geld immer im ökonomischen Minimal-Prinzip verwaltet – es wird für bestimmte Dinge immer versucht, so wenig Geld wie möglich auszugeben. Ich denke, dass es sich aber umgekehrt verhalten sollte. Es sollte vielmehr das Maximal-Prinzip Anwendung finden. Bedeutet, für sein zur Verfügung stehendes Geld das Maximum rausholen. Viele Menschen können das aber nicht, weil das ihnen zur freien Verfügung stehende Geld einfach zu gering ist, als das es sich lohnen würde, so zu handeln. Ich meine damit keine armen Menschen, sondern Menschen mit Einkommen, die jedoch schon zum Monatsanfang verplant sind. Beispiel: Wenn man sich jeden Monat ein teures Auto finanziert, dazu noch hier ein Handy, dort ein Pay-TV Abo und hier noch ein Darlehen für einen Fernseher. Folglich sinkt für solche Leute die Freiheit, für ihr Geld das maximale rauszuholen. Das ist etwas rein psychologisches. Eigentlich hat man ja eine Menge für das Geld rausgeholt, aber es fühlt sich an, als hätte man kein Geld. Man sollte sich daher immer bewusst sein, dass jeden Euro, den ich ausgebe, die eigene Freiheit ein Stück eingrenzt. Deswegen sollte man sich überlegen, was man sich leisten will. Ich könnte mir zum Beispiel ohne Weiteres ein Auto leisten, möchte es aber nicht, weil mir andere Dinge wichtiger sind. Darauf sollten Deine Entscheidungen beruhen.

Das Geld bewusst einsetzen – das maximale rausholen

Was ist denn aber das Maximale? Darüber lässt sich streiten, aber mit maximal meine ich nicht, dass man sich das maximal teuerste Auto kaufen sollte. Im Gegenteil, denn das führt wieder dazu, dass ich das abzahlen muss und eben für alles das Minimal-Prinzip anwenden muss. Menschen treffen ihre Kaufentscheidungen emotional, was wir eigentlich kaufen, sind Gefühle. Wenn ich mir einen Mercedes kaufe, dann kaufe ich nur in zweiter Linie ein Auto, ich kaufe mir in erster Linie das Gefühl von Macht, Stolz und Ruhm. Das Gefühl lässt aber schnell nach, jeden Monat bezahle ich 800€ dafür ab, aber der Mercedes bleibt irgendwie immer der Mercedes, mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, das Gefühl lässt nach – was bleibt, ist der monatliche Betrag, der flöten geht und mich in meiner Freiheit einschränkt. Wäre es dann nicht viel besser mehr Freiheit zu haben? Für mich beantwortet sich diese Frage ganz klar mit ja. Für mich gibt es einen direkten Zusammenhang mit der Zufriedenheit der Menschen und der Anzahl an verkauften Darlehen. Früher hat man für einen Fernseher einfach ein paar Monate gespart (beim Sparen bleibt das Gefühl von Freiheit, denn ich könnte jeder Zeit das Geld für etwas anderes ausgeben, zudem ist Vorfreude doch die schönste Freude) – heute hingegen geht man zum Händler und zahlt den Fernseher in bequemen 24-Monatsraten a 30€ ab. Die Menschen verdienen heute nicht weniger als früher, verhältnismäßig sind wir heute sogar deutlich wohlständiger als früher. Und ich denke, dass das der Grund dafür ist.

Manchmal machen doch die kleinen Dinge den Unterschied...

Manchmal machen doch die kleinen Dinge den Unterschied…

Wie werde ich mit meinem Geld glücklich?

Man muss nicht viel Geld haben, um glücklich zu sein. Natürlich gibt es immer einen gewissen Teil, der monatlich draufgeht für die Miete, für das Essen und wo weiter. Aber vielleicht solltest Du Dir einmal anschauen, wofür Dein Geld im Monat rausgeht. Frage Dich dabei – brauchst du das wirklich? Musst Du unbedingt das neuste Iphone haben, nur weil es gerade in ist? Oder reicht nicht vielleicht auch ein Samsung Galaxy S3, was man unter 200€ kaufen kann? Mach Dich einmal frei vom Konsumrausch. Für mich gibt es wichtige Dinge, für die ich gerne Geld ausgebe. Das sind vor allem Reisen. Bei Reisen habe ich das Gefühl, dass ich von dem Geld, was ich dafür ausgebe, das Maximale an Emotionen rausholen kann. Die Erinnerungen und die Erfahrungen, die ich dabei mache, sind für mich unbezahlbar.

Was macht wirklich glücklich

Zufriedenheit bei der Arbeit wirkt sich unmittelbar auf die Zufriedenheit im Leben generell aus. Wer bei der Arbeit unzufrieden ist, wird auch mit einem höheren Gehalt nicht glücklicher. Wer aber eine Arbeit ausübt, die ihm Spaß macht und die ihn erfüllt, dann ist es auch in Ordnung, weniger zu verdienen. Wenn Du einen Job hast, der dir nicht gefällt, dann denke mal darüber nach. Wichtig ist es, viel Zeit mit seiner Familie zu verbringen, mit seiner Freundin, mit allen Menschen, die einem was bedeuten.

Was möchtest Du Deinen Enkeln erzählen?

Siehe Geld als Mittel an. Geld sollte jedoch nie die Maxime Deines Handelns sein. Menschen, die weniger Geld haben, schätzen Dinge viel mehr wert. Jeder, der schon einmal in Afrika war, wird für uns einfache Dinge wie Essen oder Trinken deutlich mehr wertschätzen. Wir als Europäer sind da ja sehr verwöhnt. Viele Menschen, und das ist schade, können einfach nicht genug vom Konsum haben – Auto hier, Gucci da. Das macht nicht glücklich. Glücklich ist der, der frei ist. Der, der Abends mit einem guten Gefühl ins Bett geht. Der, der Freunde hat und eine Familie hat, die ihn liebt. Glücklich ist der, der Dinge von geringem Geldwert wertschätzen kann. Glücklich ist der, der seinen Enkeln irgendwann einmal erzählen kann, was er tolles im Leben erlebt hat. Ich möchte meinen Enkeln nicht erzählen, dass ich ein tolles Auto hatte – und auf die Frage „was sonst noch?“ – „nichts, für mehr war dann kein Geld mehr da“.

Hoffentlich hilft dieser Artikel dir, deine Sicht auf die Bedeutung von Geld und den Umgang mit diesem zumindest einmal kritisch zu hinterfragen. Schreib uns gerne in die Kommentare, wie du das Thema Geld im Zusammenhang mit der Zufriedenheit im Leben bewertest!

Über den Autor

Tim Eichert
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